Dienstag, 12. April 2022

Der Kampf gegen die Cholera

       Ein Rückblick

. . .  wie es zur Gründung der Wohngemeinschaft in Las Terrenas (Dom.Rep.) kam
- Das Erdbeben auf der Insel Hispaniola geschah am 12.Januar 2010
- Am 15.Januar begann unsere Hilfsgruppenarbeit in La Saline in Port au Prince/Haiti
- Am 21.Oktober 2010 trat die Cholera in Haiti auf
- Bis 12.März 2011 sind 252000 Haitianer an Cholera erkrankt, 4672 sind gestorben
- Bis 12.März 2011 sind in der Dom.Rep 560 Menschen erkrankt, 6 sind gestorben
- Im Frühjahr 2011 haben wir unsere Hilfsarbeit eingestellt
  und die Wohngemeinschaft in Las Terrenas/Dom.Rep. aufgemacht


Mitarbeiter der Hilfsgruppe


Leitung der Hilfsgruppe
Die Haiti Cherie Hilfsgruppe für La Saline hatte 3 Mitglieder und eine örtliche Unterstützergruppe von etwa 8 Mitgliedern:
.1 Rita Hirt sorgt für die guten Kontakte in der Schweiz
.2 Hans Joachim Badzong, Gruppenleiter, organisiert die Hilfsfahrten nach Hait
.3 Reymonde Jeanbaptiste sorgt für die Kontakte in Haiti.

Örtliche Unterstützergruppe:

.1 Jodny Jeanbaptiste, mein Stellvertreter vor Ort, Organisator und Allrounder
.2 und 3 Theana und Adrien Jeanbaptiste, die Leiter der Suppenküche an der Plaza Jérémie
.4 Samson Joseph, Pastor der zerstörten Baptistenkirche in La Saline, Leiter des Kinderdorfes
.5 Dra. Junette Joseph, Ärztin und Mitbetreuerin der Kinder von Pastor Joseph
.6 und 7 Basmat und Alvin Jeanbaptiste, technische Einrichtungen, Strom, Wasser, Geräte
.8 Mme Vousèle, Leiterin der Nachtruhe und des Nachtgebets (lapriere)

Wohngemeinschaft in Las Terrenas
Durch die aufgetretene Cholera und fehlende Hilfen wurde die Arbeit vor Ort beendet. Mama Theana, Raymonde, Adrien und Alvin wurden in die Wohngemeinschaft nach Las Terrenas übernommen. Pastor Joseph hatte aus Gesundheitsgründen seine Arbeit an Pater Oligesse übergeben und ist danach verstorben. Doctora Junette, Mme Vousele, Jodny und Basmat sind in Haiti geblieben. Der Kontakt zu Rita ist plötzlich ohne Angabe von Gründen abgebrochen.
Heute (2022) leben noch Mama Theana, Raymonde und ihre 5 Kinder, Alvin und seine Frau Ingreed und ihr Kind in der Wohngemeinschaft in Las Terrenas.



Es ist ja schon eine besondere Tragik, dass ausgerechnet von der internationalen Ordnungsmacht Minustah am 21. Oktober 2010 die Cholera am Artibonitefluss nach Haiti eingeschleust worden ist. Was ich schon von Anfang an befürchtet habe ist, dass sich die Cholera auf die gesamte Insel Hispaniola ausdehnen könnte. Nur dort, wo bessere hygienische Bedingungen vorhanden sind, lässt sich die Ausbreitung verhindern. Das geht bis in die ganz persönlichen Wohnverhältnisse der Menschen hinein.

Diese Bilder aus La Saline belegen sehr deutlich, dass die Kloaken in der Strasse des Armenviertels La Saline am Hafen von Port au Prince wahre Brutstätten für die Cholera sind. Und direkt daneben wird die schmutzige Wäsche gewaschen und es wird gelebt und geliebt und es werden Kinder gezeugt. Ich will den Menschen Arbeit und Essen geben, aber die Arme erlahmen, wenn keiner mitzieht. Die zentrale Essensküche ist leer. Die Familienstiftung, die mir den Anfang leicht gemacht hat, hat jetzt bessere Ziele als diese Kloake in La Saline, dem Armenviertel am Hafen von Port au Prince.

 Dass auch die Dom.Rep. nicht von der Cholera verschont bleibt, war abzusehen, denn der intensive Grenzverkehr besonders in Dajabon und Jimani, wurde weiter aufrecht erhalten. Immerhin haben beide Nachbarn auf Hispaniola ihren jeweils grössten Handelspartner im Nachbarland.  So kam denn auch die Einschleppung der Cholera in die Dom.Rep. von Reisenden aus Haiti. Durch Isolierung der einzelnen Cholerafälle gelang es, den grössten Teil des Landes von der Cholera zu verschonen, insbesondere entlang der Ferienzentren. Dass die Häufigkeit auf dominikanischer Seite in der Artibonite-Niederung am grössten ist, verwundert natürlich nicht, denn es gibt ja hier nur eine 'grüne Grenze' ohne trennende Befestigungen. So kam es denn auch, dass die Nervosität auf dominikanischer Seite im Januar und Februar 2011 immer grösser wurde, was in der nahen Grossstadt Santiago, aber auch in anderen Landesteilen, schliesslich zu Ausschreitungen gegenüber haitianischen Bürgern als Verursacher der Cholera in der Dom.Rep. führte.

Polizei und Armee des Landes nutzten die Gelegenheit, in eng von Haitianern bewohnten Gegenden,  regelrechte Razzien  durchzuführen und haitianische Staatsbürger ohne gültige Ausweispapiere sofort auszuweisen. Dass diese Menschen nach dem Erdbeben und aus Angst vor der Cholera über die grüne Grenze ins rettende Nachbarland geflüchtet waren, galt nicht als Aufenthaltsgrund.  Dass die ohnehin durch das Erdbeben vom 12. Januar 2010 und durch den folgenden Hurrikan stark gebeutelten Nachbarn selbst unter der Einschleppung der Cholera durch nepalesische UN-Soldaten zu leiden haben, fand dabei keine Gnade. Humanitäre Regeln wurden dabei offensichtlich missachtet, weshalb es auch zur Intervention der Vereinten Nationen kam. Danach wurden keine Razzien mehr durchgeführt.

Dorfbach, besser Kloake,von La Saline

Die Cholera hatte jetzt auch La Saline im Griff.  Die Epidemie griff um sich und wie Mama Jeanbaptiste mitteilte, hatten  wir die ersten Todesfälle auch hier in La Saline. Unser Kampf gegen die Cholera hatte absolute Priorität.

Wir haben die Arbeit in unserer zentralen Küche intensiviert. Wir wollten erreichen, dass die Familien nicht mehr selbst kochen, sondern in der zentralen Küche essen. Hier konnte die Hygiene einigermassen aufrecht erhalten werden.

Alle Spenden flossen jetzt in diese Küche. Auch Familien, die Patenschaftsbeiträge für Ihr Kinder oder einen Teil der Kinder bekommen, konnten gesamthaft in der zentralen Küche essen.

Aber an allem herrschte Mangel. Zu wenig Trinkwasser, zu wenig Brauchwasser, zu wenig Hygiene, zu wenig Essen. Es wurden Chlorpastillen gebraucht für das Wasser, Chlorpulver für die Kloake und Chlorflüssig zum Waschen und Putzen. Was wir brauchten, war eine grosse Zisterne. Wir erhielten eine Spende von Monika aus Solingen, wofür wir eine Zisterne kaufen konnten.

Dra Junette im Gespräch
mit Raymonde Jeanbaptiste
Unsere Ärztin Dra Junette hatte aus Haiti am Telefon berichtet, wie schlimm die Lage war und wie viele Menschen sterben, besonders dort, wo die Armen wohnen, in den beiden Slums Cite Soleil und La Saline (wo Dra Junette tätig war). 

Mit Hilfe einer grösseren Einzelspende von Dr. Clark Research, Bern/CH konnte ich ein Paket mit 2000 Tabletten aus Apotheken in Las Terrenas bereitstellen und einen Kurier mit Caribe Tours nach Port au Prince zu Dra Junette schicken. Dort war dieses Mittel nach ihrer Recherche nicht erhältlich. Für eine Cholera-Behandlung braucht es etwa 10 Tabletten dieses Typs. Endlich hatten wir ein hoffentlich wirksames Medikament gegen die Cholera. 

Wegen ihres angekratzten Gesundheitszustandes haben wir dann Mama Theana Madou, die Mutter von Raymonde, zu uns nach Las Terrenas genommen. Sie hätte eine Ansteckung mit dem Cholera-Bazillus nur schwerlich überstanden.

Alles, was wir mit unseren bescheidenen Mitteln tun konnten war, vorbeugend die Situation bei Essen und Trinken zu verbessern. Bei erfolgten Ansteckungen wurden die Kranken sofort ins nächste Spital gebracht. Aber die hygienischen Verhältnisse waren ausserordentlich prekär. 

Aufgrund fehlender Hilfsgelder wurde die Arbeit vor Ort in La Saline im Frühjahr 2012 beendet.

Samstag, 12. Februar 2022

Mama Madou sagt `Danke`

 

Mama Madou ist die gute Seele der Wohngemeinschaft `Haiti Cherie` in Las Terrenas. Sie freut sich mit Susanna, ihrem Enkelkind, dem jüngsten Kind von Raymonde, über die Unterstützung durch die Mitglieder des Freundeskreises.
Mama Madou war die Leiterin der Suppenküche an der Plaza Jeremie in La Saline. Jetzt besorgt sie die Küche in der Wohngemeinschaft.
Die offenen, vertrauensvoll sprechenden Augen von beiden sagen mehr als 1000 Worte ausdrücken können. Sie sagen `Danke` und grüssen alle, denen das Schicksal der Nachfahren der haitianischen Menschen am Herzen liegt, die einst aus Afrika auf die Insel Hispaniola verschleppt wurden.

Dienstag, 16. November 2021

Carola hat die Leitung übernommen

Mit meiner Parkinson-Erkrankung wird das Leben immer beschwerlicher, sodass ich mich entschlossen habe, die Leitung meines Hilfswerks `Haiti Cherie` an Carola zu übergeben. Das Hilfswerk begann 2010 mit dem Erdbeben in Haiti im Slum `La Saline` am Hafen von Port au Prince. Hier eine kleine Kostprobe von meiner 4.Hilfsfahrt im April 2010.

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Nach der 4.Hilfsfahrt musste ich das Engagement vor Ort wegen einer bakteriellen Lungenentzündung beenden, die ich mir im Staub von Port au Prince zugezogen hatte. Von da an verlegte ich mein Engagement nach Las Terrenas und koordinierte die Haiti-Hilfe von da aus mit einer haitianischen Wohngemeinschaft. Im Oktober 2019 musste ich nach einem Kreislauf-Kollaps notfallmässig in die Schweiz zurück. Seither lebe ich in Zürich.

Nachdem neben meiner Parkinson-Erkrankung auch noch das Augenlicht immer schwächer wird, habe ich mich entschlossen, auch noch meine `Spirituelle Astrologie` an eine Gruppe von AstrologInnen zu übertragen. Sie können die spirituelle Astrologie für ihre Beratungen und für sich selbst frei nutzen, unterstützen dafür handkehrum  die haitianische Wohngemeinschaft `Haiti Cherie` in Las Terrenas.

Freitag, 5. November 2021

Unterstützung der Wohngemeinschaft

Die Insel Hispaniola ist geteilt in Haiti im Westen und die Dominikanische Republik im Osten. Die gesamte Insel liegt im Erdbebengebiet. Das letzte Erdbeben in Haiti war im Januar 2010. Das letzte Erdbeben in Las Terrenas in der Dom.Rep. war im Jahre 1946. Jedes Jahr wird die Insel durch mehrere Hurricans heimgesucht.

Unmittelbar nach dem Erdbeben vom 12.Januar 2010 habe ich in Las Terrenas eine Soforthilfsgruppe aufgestellt und aufgrund guter Kontakte in dem 600km entfernten Port au Prince/Haiti eingesetzt. Die Hilfsgruppe bestand ausschliesslich aus HaitianerInnen, einer Ärztin (Dr.Junot), einem Mitarbeiter des Transportministeriums (Sr.Jodny), einem Leiter des Kinderdorfs (Pastor Joseph), einer Leiterin der Suppenküche (Mama Madou), einer Koordinatorin (Raymonde), die nicht nur spanisch und französisch, sondern auch kreolisch sprach, einem Mechaniker (Adrien) und meinem Adjutanten Alvin.
 
Nach Beendigung meiner Hilfsarbeit in Port au Prince in Haiti habe ich einen Teil meiner Hilfsmannschaft (Raymonde, Mama Madou, Adrien und Alvin) und Ingrid, die Frau von Alvin mit den Kindern zu mir nach Las Terrenas mitgenommen. Seither leben sie an der Calle Carmen in einer Vierzimmer-Wohnung mit gedecktem Hof und in einer Zweizimmer-Wohnung. 

Das Bild zeigt die Wohnsituation in Erwartung eines Hurrican, weshalb Sandsäcke zum Schutz gegen Regenwasser ausgelegt wurden. Die Wohngemeinschaft besteht aus 2 Familien mit 9 Personen (4 Erwachsene und 5 Kinder). Von den Erwachsenen hat einer (Alvin) eine Arbeit in Las Terrenas mit einem Verdienst von 10 000 Pesos (etwa 180 EU). Die anderen Erwachsenen sind arbeitslos. Die Wohngemeinschaft wird monatlich mit 300 EU unterstützt. Ein Teil der Unterstützung kommt von Astrologiefreunden und -freundinnen. Die Leitung der Unterstützungsarbeit für die Wohngemeinschaft liegt jetzt bei meiner Tochter Carola. Herzlichen Dank an alle Unterstützer

Donnerstag, 19. März 2020

Ein Blick zurück . . .

Es fällt mir schwer, einen Blick zurück zu tun.
Die liebenswerten dunkelhäutigen, vor allem haitianische Menschen, die ich in den 12 Jahren auf der Karibikinsel Hispaniola kennengelernt habe, sie leben weiter in meinem Herzen. Ich muss gestehen, es geht mir nahe, dass es mir nur möglich war, ihnen nach dem grossen Erdbeben vom Januar 2010 Erste Hilfe zu leisten und ich keine Möglichkeit hatte, ihnen nachhaltig und beim Wiederaufbau im Slum La Saline am Hafen von Port au Prince weiter zu helfen. Ich habe grosse Mühe, es emotional zu verkraften, dass ich die Kinder im Steingarten von Pastor Joseph ihrem Schicksal überlassen musste, weil meine finanziellen Mittel erschöpft waren.
Meine haitianische Wohngemeinschaft `Haiti Cherie` in Las Terrenas bestand hingegen weiter und besteht noch heute. Ich habe sie mit meiner AHV-Rente und gelegentlichen Beratungshonoraren finanziert, weil Hilfsgelder nach dem Erdbeben 2010 ausgeblieben sind. Das Mietshaus von Pastor Pasqual liegt an der Calle Carmen gegenüber der Farmacia Nayarit. Die Chefin ist Mama Madou, welche schon in meiner Erdbeben-Hilfsgruppe die Suppenküche geleitet hat und hier grad bei der Essenausgabe in La Saline zu sehen ist (blaues T-Shirt).
Ich habe Mama Madou mit nach Las Terrenas genommen, wo sie jetzt mit ihrem Sohn Alvin, seiner Frau Ingreed und ihren 5 Enkelkindern in meiner Wohngemeinschaft lebt.
Ich selbst musste aus gesundheitlichen Gründen die Dominikanische Republik im Oktober 2019 notfallmässig verlassen und in meine Heimatstadt Zürich zurückkehren. Es würde mich freuen, wenn ich die Leitung dieser Wohngemeinschaft in andere treue Hände legen könnte, weil meine Gesundheit es wohl nicht mehr lange zulassen wird. In Las Terrenas war ich bestens nur bekannt als Hajo mit der Pasola, weil ich immer mit dem Motorroller unterwegs war.

Kontaktadresse: hajoba@gmail.com

Hier.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Rückkehr in meine Heimatstadt Zürich

Im Oktober 2019 machten mich eine Parkinson Erkrankung im Anfangsstadium und ein aktueller Kreislauf-Kollaps darauf aumerksam, dass es gut sei, wieder gemässigtere Breitengrade als den maraldischen 19. Breitengrad der Tropen aufzusuchen. So bin ich inzwischen wieder in die Schweiz heimgekehrt, aus der ich im Jahre 2005 auf die Insel Hispaniola ausgewandert war.

Das friedlose Geschehen in Haiti nach dem grossen Erdbeben vom Januar 2010 hatte ich von Las Terrenas in der Dom.Rep. aus ohnehin nur noch aus der Ferne (500km entfernt) beachtet. Die Betreuung meiner haitianischen Wohngemeinschaft in Las Terrenas liegt mir jedoch nach wie vor am Herzen. Und so setze ich die Erlöse meiner astrologischen Beratungen nach wie vor für diese Unterstützung haitianischer Menschen ein.

Die haitianische Wohngmeinschaft besteht jetzt aus Mama Madou, der Leiterin der Suppenküche von meinem ehemaligen Erdbeben-Hilfsprojekt in La Saline und ihrem Sohn Alvin Jeanbaptiste, dem Leiter meines Hilfsprojektes, seiner Frau Ingreed und ihren zwei Kindern. Dann sind da noch die drei Kinder Steki, Chichi und Susanna, deren Mutter sich anderweitig verdünnisiert hat, also insgesamt acht Personen, die alle mit dem Einkommen von Alvin auskommen müssen, der 10`000 Pesos im Monat verdient (180 Euro).

Die Lebenshaltungskosten in Las Terrenas liegen nicht weit unterhalb der europäischen Kosten. Der Umrechnunskurs für 1 Euro ist z.Zt. 60 Peso. 1 Liter Milch kostet 42 Peso, 1kg Kartoffeln 60 Peso, 1kg Reis 55 Peso, 1 Ei 5 Peso, 1kg Brot 100 Peso, 1 Gallone Trinkwasser 40 Peso. Die Wohnungsmiete ist jetzt 10`000 Peso und die Stromkosten sind 1`500 Peso im Monat.

Ohne meine Unterstützung könnte die Familie nur schwer überleben. Ich muss mir immer wieder von europäischen Freunden den Spruch anhören, andere Haitianer leben doch auch, warum meinst du also diese Menschen unterstützen zu müssen?  - - -  Ich muss ehrlich sagen, ich habe darauf keine Antwort. Aber ich kann nur da helfen, wo mein Fussabdruck ist, und das ist in meiner Wohngemeinschaft in Las Terrenas.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Was ist aus meiner Haiti-Hilfe geworden?

Am 4.März 2014 habe ich einen Rückblick gegeben auf mein Haiti-Engagement nach dem Erdbeben vom Januar 2010. Hierin habe ich zunächst meine Soforthilfe beschrieben:

Ganz unmittelbar nach dem grossen Erdbeben vom 12. Januar 2010 habe ich in Haiti im Slum La Saline am Hafen von Port au Prince ad hoc eine persönliche Hilfsgruppe Hilfe für La Saline auf die Beine gestellt. Mit Unterstützung von Schweizer Freunden konnten wir Erste Hilfe in Form von Nahrung und medizinische Unterstützung leisten, eine Suppenküche einrichten, Strassen und Plätze mit Schutzblachen gegen Regen und Sonne überspannen, einen Stromgenerator installieren und ein Kinderdorf einrichten. Ich hatte vor Ort für alles qualifiziertes Fachpersonal, das unsere Hilfe in die Realität umgesetzt hat.

Die Hilfstruppe vor Ort in Port au Prince

Die Hilfsgruppe bestand aus meiner Koordinatorin Raymonde, die die Einsatzleitung koordinierte, meinem Adjutanten Jodny, der vor Ort für das reibungslose Funktionieren sorgte, der Ärztin Dra.Junette, die die aktuelle Soforthilfe vor Ort leistete, dem Pastor Joseph, der sofort ein Kinderdorf für obdachlose Kinder einrichtete, der Suppenküchenleitung Mama Theana und Jean Baptiste, die innerhalb von 1 Tag eine Suppenküche organisierten und einem Schlosser, der für die notwendigen Installationen sorgte.

Ohne diese freiwillige Hilfstruppe, deren Mitglieder ohne irgend ein Entgelt geholfen haben, wäre es mir unmöglich gewesen, den gesamten Einsatz zu koordinieren und zu leisten. Ich bin allen Beteiligten sehr dankbar für die Mitarbeit und ich hatte mich daher entschlossen, nach Beendigung der Hilfeleistung vor Ort in Las Terrenas eine Wohngemeinschaft für die Familie Jean Baptiste einzurichten, in der die mittel- und arbeitslosen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von mir weiter unterstützt werden. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leben noch heute im Jahre 2019 Raymonde Jean Baptiste und ihre Kinder, Mama Theana und eine Haushaltshilfe in dieser Wohngemeinschaft.